Montag, 6. Juli 2009

berlin.


wieder rückte das-wunder-von-nortorf aus, vier vollständig bemannte busse gingen richtung berlin-der, in dem ich saß, mit nicht zu stoppender, rauchschwaden absondernder wurstmaschine und deswegen ganz angespanntem fahrer. aber wozu hat man eine stimmführerin, die nicht nur ihre bratschen souverän im griff hat (trotzdem sie sich diesmal unter die fagotte gemischt hatte), sondern auch für die beruhigung aller insassen sorgte, indem sie die defekte elektrik über hunderte von kilometern bewachte und dem armen automaten durch permanentes wasser-nachschütten erleichterung verschaffte.
in fusion  mit der "berliner kantorei" wurde eine proppere aufführung des verdi-requiems auf die beine gestellt. unser orchester erregte bei unnötigerweise dazugekauften philharmonischen berufsstreichern einiges aufsehen. obwohl wir durchaus ein semiprofessionelles orchester sind, sind wir ja dennoch nicht jeden tag im dienst, und ich nahm die ehrlichen komplimente über die erstaunliche qualität unseres klangapparates mit tiefer genugtuung still und im namen aller kollegen dankbar an.

alles klappte dank der wie immer einwandfreien organisation der verantwortlichen mal wieder hervorragend. angefangen bei der nun schon mit uns zusammengewachsenen reisebus-firma dehn aus rendsburg, über angenehme logis im retro-hotel ambassador in kudamm-nähe (sekt zum frühstück, das gefiel mir sehr!), bis hin zum potsdam-ausflug war die logistik optimal geregelt. suboptimal waren die spielbedingungen in der schönen auenkirche, da hatte aber petrus seine finger im spiel, indem er uns eine unglaubliche hitze sendete, die so einer bratsche kaum den sicheren halt unterm kinn ermöglichte. dennoch...der auf 150 leute angewachsene chor und das ebenfalls durch lokale musiker verstärkte orchester gaben ihr bestes, und es war eine wirklich bombastische performance.
eine brechend volle kirche belohnte unsere schwitzende mühe mit standing ovations.

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