Samstag, 31. Juli 2010

shabbat shalom.

das naomikind brachte vom familienbesuch im gelobten land ein kochbuch mit.
name desselben: "aba kann das auch."
das kam wie gerufen,denn genau so ein werk hat in diesem hause bislang schmerzlich gefehlt...
und jetzt weht hier plötzlich ein ganz anderer wind!
in einem tsunami der begeisterung werden einkaufszettel geschrieben, geschnippelt, gerührt, gebrutzelt...und ich darf mir abends ein gericht  aussuchen, welches dann anderntags gekocht wird.
ist das toll! endlich bin ich mal mit tischdecken und kerzenanzünden und wein entkorken dran, und dann setze ich mich nur noch hin und lass mich überraschen!
zum glück ist das buch reich bebildert, denn sonst...äh...


käme ich wohl nicht weit mit meiner auswahl.

während ich heute den tag unterm dach verbrachte, wo ich mir einen langgehegten traum erfüllte, nämlich mir endlich mal die klampfenbegleitung von "more than words" draufzuschaffen, hörte ich unten den mixer rotieren und sah beim neugierigen ausspionieren der küche meine beiden hebräer in die herstellung eines knallgrünen energy-drinks (nach einem rezept aus dem buch) vertieft, zu dessen vervollkommnung der aba sogar die richtigen kräutlein im garten zu identifizieren hatte.


ich war sehr überrascht von dem köstlichen ergebnis!



actionman guckte erstmal ziemlich skeptisch....

ließ sich dann aber überzeugen, seine steroide mit  einer ladung bio-power aufzupeppen, und siehe da:


ein sofortiges leistungshoch stellte sich ein!

nun war der drink ja aber nur als kleiner nachmittags-snack gedacht. richtig gekocht, und zwar zu punkt acht uhr, wurde dann später. von aba persönlich. und man sieht hier, dass das kochbuch recht hat. aba kann das auch!


da wurden kartoffeln geschält...



rotwein mit



 kiddush-wein vermischt


angebraten....


umgerührt....


gestampft....


abgelöscht....



probiert....


und tatsächlich....ein echtes jüdisches freitags-essen stand auf dem tisch!


zarte hähnchenleber in einer gar köstlichen rotweinsauce mit zwiebeln und kartoffelpüree....ich bin platt und sage nur: shabbat shalom und vielen dank nochmal, liebe lea!

Donnerstag, 29. Juli 2010

an den getürmten sommer.



hey, das kannst du nicht bringen!
dieser wind!
dieses dauerrauschen
vor die sonne schiebst du
wolkenwände
hermetisch wie grauer stahl
was soll das?


mir ist kalt!

hast zu hoch gepokert, scheint's
zu viel tempo drauf gehabt
bist an dir selbst verglüht

läßt uns zurück
mit diesem blöden
absurden theater
am himmel

hast dich selbst ausgekippt
im hohen bogen
wie der wasserschwall
der vom velux fenster
aufs dach schwappt

das ist nicht fair!

nach diesem langen harten winter
noch nicht august
und schon
reichst du den staffelstab weiter

das kann nicht sein!

nebel am morgen
nasses gras
kalter sturm
warst wohl nur auf der durchreise, stimmt's?
hast uns nur mal kurz
angefixt
und dich vom acker gemacht

das ist feige!


läßt uns sitzen
mit der klammen hand am caipi-glas
der gecancelten strandparty
heisser suppe statt geeister melone
fleece statt flatterhemd
und an jedem fuß
einen strumpf
 

Donnerstag, 22. Juli 2010

am strand.

hier sieht man britta und mich.


seit der quarta sind wir best friends und gemeinsam durch dick und dünn gegangen.



gestern hat's nach langem mal wieder mit einem strand-barbecue geklappt, welches in heidkate stattfand.




 endlich mal wieder ne schöne qualle


paniert und aufgespiesst :-)


darauf erstmal einen dujardin.


prösterchen!


 hier noch ein mini-vlog zum thema:

video

Dienstag, 20. Juli 2010

aba & yael unterwegs.






welch gute idee der aba da neulich hatte....
in anbetracht seiner fähigkeit, mit den tieren zu sprechen, wie man hier sehen kann








dachte er, eine shofar-produktion würde ihm freude bereiten und ihm in der quickborner umgebung möglicherweise eine art  monopolstellung sichern. man könne ja auch gleichzeitig wochenend-workshops zum erlernen der vier signale, die traditionell auf dieser jüdischen vuvuzela gespielt werden, geben.






ich freute mich sehr, daß endlich mal eine lukrative geschäftsidee geboren war und auch über meine einbindung als instructor wurde ernsthaft verhandelt und mein zukünftiger chef lud mich zwecks vertragsunterzeichnung zum cappuccino ein.







aba, aufgrund der jahrtausendealten tradition seines volkes in handelsdingen sonst durchaus firm, hatte allerdings nicht bedacht, daß ein solches horn




unmöglich von einer gemeinen holsteiner bauernziege würde generiert werden können, und womöglich überhaupt gar nicht von einem paarhufigen tier stammt, und somit fiel unsere unkoshere idee leider ins wasser und wir fuhren direkt von der ziegenkoppel weiter zum flohmarkt.




wir sind ein hochtrainiertes flohmarkt-team.
ein raunen geht durch die menge, wenn wir aus dem wagen steigen und uns strahlend erstmal dem blitzlichtgewitter der fotografen stellen.





händler versuchen hektisch, ihre waren in sicherheit zu bringen, denn sie wissen, aba kriegt alles zu dem preis, den er sagt, und zum schluß ist man froh, wenn man ihm nicht noch geld dazu gegeben hat. 
nachdem ich grob überschlagen habe, was ich gerne hätte, was ich noch lieber hätte und ohne was ich diesen ort auf keinen fall verlassen werde, halte ich mich im hintergrund und beschäftge mich zur tarnung beispielsweise mit bücherkäufen. 10 stück 4 euro, das schindet zeit, und ich bin beim wühlen zum glück weit weg von dem, was der aba da so treibt an den ständen. denn dann würde ich alle zwanzig sekunden im erdboden versinken.

wichtig ist natürlich schon beim sichten der ware die richtige mimik. bei kostbarkeiten, die einem das herz im halse schlagen lassen, ist es völlig unangebracht, dieses in irgendeiner weise zum ausdruck zu bringen.


völlig falsch.
kann fatale folgen haben und im schlimmsten fall zum supergau führen, nämlich daß die gegenstände, von denen man nicht wußte, wie man bisher ohne sie gelebt hat, nicht mit nachhause kommen.

ungleich förderlicher ist folgende attitüde:








und wenn ich dann mit größtmöglicher beiläufigkeit, das angekotzte gesicht unverändert  beibehaltend, innerlich aber freudig gespannt wie ein flitzbogen, so ein paar stände weiter gedödelt bin, und der aba im stechschritt zurück zu meinem herzenswunsch, um den deal abzuwickeln, drehe ich mich immer mal so um und guck, und zu 90% sehe ich ihn kurze zeit später, über alle köpfe hinweggrinsend sich forschen schrittes einen weg durch das gewühl bahnend mit der gitarre, der geige, dem echsenleder-portemonnaie, der stehlampe, dem teeservice, der berglandschaft, dem geweih (neuester sammelspaß)...je nachdem, worauf mein höheres selbst meine aufmerksamkeit so gelenkt hatte zuvor. und logischerweise meistens noch weit unter dem von mir gesetzten preislimit, jepp! das ist das wahre weihnachtsgefühl! und später zuhause, wenn wir alles aufbauen und erstmal so lassen, das ist dann die echte bescherung!

Montag, 19. Juli 2010

der fröhliche heimwerker.

wenn das sägeblatt kreischt
ist das  wochenende da
wenn der daddelsender
eine glocke aus akustikmüll
über alle gärten stülpt
der nachbar der gespitzen lippe
ebenso tragende klänge entlockt
vibrierend entlangtremoliert
in weit entfernter tonart

wenn der bohrer bohrt
ist es zeit
die siesta zu beenden
vom liegestuhl hochzukommen
kaffee zu trinken
im garten
ihm zuzuhören
dem heimwerker im glück
breit grinsend
sich an seiner freude zu wärmen
die wie sonnenstrahlen
jägerzaun  und tannenhain durchbricht

zu wissen
was hornbach meint mit
"laß es raus!"
wenn planken und bretter
aufeinanderdonnern
geruch von heißer sägespäne
über dem von roten rosen schwebt
und auch der hund sehr  fröhlich dazu bellt

vor lauter euphorie
daß alles so gut klappt und sitzt und paßt
der hammer seinen rhythmus findet
das  pfeifen zu einem hellen gesang wird
in dem ein frohes lachen schwingt
wie eine zweite stimme

dann weißt du

es ist wochenende
im deutschen land
der nachbar ist im flow
und du denkst
ach, liebe hände
könntet ihr das auch!

Sonntag, 18. Juli 2010

caught-die führerscheinstory IV und epilog.


nun konnte aba sich endlich bei der anderen, besseren  fahrschule anmelden, wo uns einiges über fahrlehrer uli berichtet wurde. dass laufend schüler von dort hierher wechselten, und er stadtbekannt für seine art war. man erzählte uns die geschichte zweier junger russinnen, die sage und schreibe 90 fahrstunden aufgedrückt bekommen hatten, die aber immer nur in den umliegenden feldwegen stattfanden, als super-vorraussetzung für eine fahrprüfung in urbanen gefilden.

durch die connection mit unserem quickborner freund war aba drumherum gekommen, die aufnahmegebühr noch einmal bezahlen zu müssen. das wäre normalerweise nämlich der fall gewesen, und war mit ein grund, den wechsel so lange hinauszuzögern. immerhin.

leider wurde nun aber doch nicht alles gut.

ich hatte mir gewünscht, aba möge von dem alten, erfahrenen, mit allen wassern gewaschenen seniorchef, den wir einmal getroffen hatten, unterrichtet werden. der aber gab ihn nach einer probestunde weiter an seinen jungen kollegen - nennen wir ihn benny - ein weiches babyface mitte zwanzig, dem das zeug für diese aufgabe leider total fehlte. denn aba war mittlerweile zum problemfall geworden. er hatte ein brett vorm kopf, auf dem in riesigen leuchtbuchstaben das wort "fahrprüfung" blinkte. benny drang nicht zu ihm durch. selbst wenn er es von seinen pädagogischen fähigkeiten her vermocht hätte, hätte er aba gar nicht  deprogrammieren und dann  in ruhe von vorne aufbauen können, denn dieser war in seiner bockigkeit vollkommen resistent gegenüber jeglichen inputs und blockte nur noch ab.
fahrschule und alles, was damit zusammenhing, war jetzt das feindbild.
und es hätte einfach einer stärkeren lehrerpersönlichkeit bedurft meiner meinung nach. jemand, zu dem er vertrauen gehabt hätte.
es ging ja nur noch um das korrekte verhalten bei der prüfung, nicht um ein tieferes verständnis der fahrvorschriften, aber aba wollte nicht mehr lernen und sich etwas draufschaffen, er wollte die prüfung hinter sich haben und er quengelte und drängte.

und so reihte sich eine desolate fahrstunde an die nächste, und benny hatte nicht die balls, mal seinen chef um rat und tat zu bitten. ihm diesen fall zu übergeben, dem alten hasen, dem nichts menschliches mehr fremd sein dürfte in seinem langen berufsleben. benny als subunternehmer aber zog die sache irgendwie durch, und aba erzwang einen zu frühen termin für die praktische fahrprüfung, die er dann auch aus drei triftigen gründen nicht bestand.

da war alles aus.
aba lief innerlich amok.
für ihn war nun klar, daß er nie, nie, nie, in deutschland legal würde autofahren können, und so tat er es illegal. ohne mein wissen. ohne naomis wissen.
als es herauskam, machte ich einen riesenaufstand. es war gelinde gesagt mittlerweile sehr schwer geworden, mit diesem sonst so überaus umgänglichen menschen umzugehen.
es gab einen neuen prüfungstermin, sechs wochen später.
fahrstunden, eine nach der anderen, zweimal, dreimal die woche, alles doppelstunden. mittlerweile hatte man ihm den halben preis eingeräumt. immer wieder machte er etwas falsch....

aber dann endlich, die prüfung.

der prüfer, der sich ins auto setzte, ließ aba nach ein paar hundert metern anhalten und sagte zu benny: "was macht dieser mann hier? der fährt seit dreißig jahren auto, das sieht man doch, der kann doch fahren. warum ist der in der fahrschule?" benny erklärte die gesetzeslage und der prüfer sagte: " das ist ja wohl die reine verarschung. gebt ihm seinen führerschein und gut ist!"


er ließ aba pro forma einmal um den block fahren, gab ihm sein papier und kümmerte sich um wichtigeres.

geschafft!




das leben hatte uns wieder!
über ein jahr war vergangen, fast dreitausend euro in die deutsche wirtschaft gepült.
aba saß wieder auf dem fahrersitz seines buicks und ich genoß es in vollen zügen, mich chauffieren zu lassen!




epilog.

zwei jahre fuhr der aba nun im schönen schleswig-holstein und hamburg mit seinem weißen auto, und das martyrium der fahrschul-soap verstaubte nach und nach als tragikomische klamotte auf dem dachboden der erinnerung. das ende der probezeit war gekommen. big deal, aba fuhr anständig und solide, also genau wie vor der sache. mit alkohol hat er nicht viel am hut und an das tempolimit sich zu halten fiel ihm nicht schwerer als allen anderen auch.

dann eines abends: der heimweg von glückstadt über die a23. es war dunkel und ein wolkenbruch setzte die fahrbahn unter wasser. aba überholte ein auto und blieb dann links, um einen ca.400m entfernten lkw auch noch zu überholen, ohne dafür extra nochmal nach rechts rüber schwimmen zu müssen....da sah er im spiegel scheinwerfer rhythmisch aufblenden. "follow me". er habe gegen das rechtsfahr-gebot verstoßen, entnahm aba den wortfetzen, die die beiden jungen beamten ihm durch den krach der vorbeischießenden autos und dem peitschenden regen, als man klitschnass auf dem seitenstreifen zusammenstand, entgegenschrieen. abas erklärungen wurden vom rauschen der autobahn verschluckt, nicht aber das vielleicht etwas undiplomatische "ich fahr schon länger auto als ihr auf der welt seid".

und wieder fiel ihm der himmel auf den kopf.
diesmal in form eines  "aufbauseminars für fahranfänger".
auf abas freche bemerkung hin hatten sich die autobahncops kurz an ihre grüne minna zurückgezogen und die bemützten köpfe zusammgesteckt. als sie dann wieder kamen, grinsten ihre regennassen gesichter: "das wird teuer!"
  
8 mal mußte aba abends in eine fahrschule nach norderstedt ( immerhin durfte er sein auto selbst dorthin lenken). der fahrlehrer dort wunderte sich sehr, er sagte, es sei absurd, daß aba wegen dieses vergehens bei ihm sei, so etwas gäbe höchstens ein ticket und fertig. ins aufbauseminar komme man, wenn man rote ampeln überfahren und unfälle gebaut habe.
aber der nette lehrer konnte ja nichts dafür, daß aba wieder fahr-und theorieunterricht nehmen und für den ganzen quark auch noch 550 euro blechen mußte.

das beste daran: aba ist heute immer noch in der probezeit. sie hat von dem tag des unwetters auf der autobahn an wieder von neuem begonnen...