Dienstag, 31. Juli 2012

schicktanzens spatzen.

dies ist eine wirklich schöne story.




vor einiger zeit waren wir auf dem antikmarkt in der eckernförder stadthalle und flanierten da so nichts-wollend und nichts-suchend herum. am ende, als wir gehen wollten, musste ich mir noch etwas die zeit vertreiben, weil die anderen auf dem klo waren, also streifte ich noch einen gang entlang, den ich eigentlich gar nicht auf der liste hatte. plötzlich blieb ich wie angewurzelt stehen, als sich mein blick auf dieses kleine bild heftete, das ganz unauffällig in einem düsteren eckchen aufgestellt war. genau dieses bild (und noch ein zweites,  ähnliches) hing nämlich früher bei meiner omi an der wand! über viele jahre habe ich mit diesen spatzen gelebt und meine kinderaugen machten sie zu meinem frühen geistigen eigentum. aber ich hatte es natürlich vollkommen vergessen. und nun stand da genau so ein bild, klar, dass ich es haben musste! ich griff danach, und als ich es umdrehte, hat's mich aber echt umgehauen. omis original-handschrift! und auch noch ihr -unser- name! ich rannte natürlich gleich zu dem händler, als olli bekannt in der antik-szene, und habe ihm aufgeregt die geschichte erzählt. da sagte er breit grinsend:  "denn nimm das man mit!"
mir dämmerte, dass olli damals, 1987, die haushaltsauflösung gemacht haben wird. und nun ist das bild zu mir, zu uns, zurückgekehrt. es gibt auch gar kein zweites davon, es handelt sich um ein aquarell des dresdner malers karls schicktanz. vielleicht finde ich ja eines tages auch noch das zweite bild, auf dem ein dompfaff zu sehen war.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Was wir dem Frauchen lieber nicht erzählt haben....


Die Hündin begann, in einem irren Zickzack durch die Wiese zu rennen, die Nase am Boden. Ihr Radius erweiterte sich unmerklich zu immer größer werdenden Kreisen, und dann: ein Reh aus dem Nichts. Es sprang in hohen Sätzen davon, und die Hündin jagte hinterher, bis sie nur noch ein kleiner schwarzer Fleck am Horizont war, hin und her fliegend, gar nicht mehr als Hund erkennbar, sondern wie ein aberwitzig schnelles Wiesel oder irgendwas Erfundenes.Ich schrie und schrie ihren Namen, in der verzweifelten Hoffnung, meine Stimme könne über Hunderte von Metern wie eine akustische Leine wirken, aber sicher war ich mir da nicht. Schliesslich, nach einer endlosen Zeit unseres ohnmächtigen Staunen über so viel kosmische Energie in so einem alten Körper, kam die Hündin, nach wie vor hin und herrasend, allmählich wieder näher heran. Die weiten Kreise, die sie mit wehenden Ohren immer noch  beschrieb, wurden kleiner und kleiner,  dann ein beherzter Sprung über das hohe Schilf links und rechts der Au und da war sie wieder. Kochender Atem und heisses nasses Fell  voller knallgrüner Grassamen. In den schwarzen Augen ein Feuer aus Hunde-Urzeiten und keine Spur von Müdigkeit. Sitz, brav, Leckerli. Uff.




Montag, 16. Juli 2012

sommer 2012.



dann kam endlich der sommer und mit ihm die sechs wochen ferien, auf die sie sich so gefreut hatten. nur leider gerieten diese zur enttäuschung,weil es der vierte (?) sommer in folge war, der seinen namen nicht verdiente.
unverdrossen nahmen sie jeden morgen die hunde und marschierten 4 km ums westerfeld, durch matschige, von treckern ausgefahrenen spuren, mit dem wind im gesicht. dabei mussten sie vorher genau abchecken, ob auch kein gewitter in der luft lag, denn die gefahr, die ein solches in sich birgt, wird ja gern unterschätzt.



auch gelegentliche aufheiterungen waren nur vorübergehender natur und sollten einen nicht in den leichtsinn treiben, das war ihnen schon klar.

so wurde es ein reiner innenraum-sommer, und allmählich fanden sie sich damit ab.
 im haus lief die heizung und sie tranken pharisäer statt caipirinha.



ihm machte es nichts aus. er sah sowieso immer alles positiv, eine eigenschaft, um die sie ihn stets beneidete.
 in seinem heimatland herrschten zur selben zeit 47° C und leute brieten zum spass spiegeleier auf ihren autodächern.



sie hingegen überlegte, ob man nicht im nächsten jahr doch mal einen urlaub im einem kleinen dorf, vielleicht in apulien oder umbrien, verbringen sollte. mit einer kneipe, ein paar fischern, mit wärme schon morgens und frischem ciabatta zum frühstück. und mit langen nächten draussen auf der terrasse, mit rotwein und gitarrespielen.

Sonntag, 15. Juli 2012

When a train goes through a tunnel and it gets dark, you don't throw away the ticket and jump off. You sit still and trust the engineer.
(Corrie Ten Boom)





Cornelia ten Boom was a Dutch Christian, who with her father and other family members helped many Jews escape the Nazi Holocaust during World War II.