Donnerstag, 19. Juli 2012

Was wir dem Frauchen lieber nicht erzählt haben....


Die Hündin begann, in einem irren Zickzack durch die Wiese zu rennen, die Nase am Boden. Ihr Radius erweiterte sich unmerklich zu immer größer werdenden Kreisen, und dann: ein Reh aus dem Nichts. Es sprang in hohen Sätzen davon, und die Hündin jagte hinterher, bis sie nur noch ein kleiner schwarzer Fleck am Horizont war, hin und her fliegend, gar nicht mehr als Hund erkennbar, sondern wie ein aberwitzig schnelles Wiesel oder irgendwas Erfundenes.Ich schrie und schrie ihren Namen, in der verzweifelten Hoffnung, meine Stimme könne über Hunderte von Metern wie eine akustische Leine wirken, aber sicher war ich mir da nicht. Schliesslich, nach einer endlosen Zeit unseres ohnmächtigen Staunen über so viel kosmische Energie in so einem alten Körper, kam die Hündin, nach wie vor hin und herrasend, allmählich wieder näher heran. Die weiten Kreise, die sie mit wehenden Ohren immer noch  beschrieb, wurden kleiner und kleiner,  dann ein beherzter Sprung über das hohe Schilf links und rechts der Au und da war sie wieder. Kochender Atem und heisses nasses Fell  voller knallgrüner Grassamen. In den schwarzen Augen ein Feuer aus Hunde-Urzeiten und keine Spur von Müdigkeit. Sitz, brav, Leckerli. Uff.




Kommentare:

  1. Hündin weiß eben, wo es am schönsten ist :-) (und wer die Macht hat)

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  2. rehe können auf freier fläche stehen und mit drei sätzen sind sie im nirgendwo. keine ahnung, wie das funktioniert.

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