Freitag, 31. Dezember 2010

video of the year.

letzter tag des jahres 2010.
ein milder wintermorgen. die sonne scheint, am vogelhaus tummeln sich amsel, drossel, dompfaff und eichelhäher. für's raclette im kleinen kreis heute abend ist alles eingekauft. keine große party diesmal. der jahreswechsel vollzieht sich mehr so innerlich. man wechselt um zwölf von wein auf sekt.
ich mache ja nie jahresrückblicke. in der erinnerung verschwimmen die ereignisse und daten, ich weiss nie, wann was genau war, aber jetzt hab ich ja den blog. und soeben habe ich den wert desselben für mich persönlich entdeckt:  habe mich mal systematisch durch alle 163 posts (doch immerhin so viele!) des jahres geklickt. und staune, wie gehaltvoll so ein jahr doch ist. und wo ich jetzt stehe und was ich grad so mache. es hat sich beruflich eine menge ergeben. ich habe mich von einer tollen musikschule finden lassen, an der ich glücklich bin. plötzlich bin ich mit der geige voll drin, bin fiddling flutist bei lars jensen, und habe mit col frozen (DEM col frozen!)recorded. ich beschäftige mich neben der irish- neuerdings mit country-, bluegrass-und oldtime-fiddle. hätte ich nie gedacht, dass mich diese genres mal begeistern würden, tun sie jetzt aber. ich werde im mai in der nicolai-kirche barockgeige spielen. und  ich möchte im kommenden jahr viel über all die musikaktivitäten bloggen habe ich mir vorgenommen. so wie ich mehr malen will, mehr fotografieren, mehr sport treiben, äh......ihr wisst schon.
was noch liegt im nächsten jahr an? ich sage mal, ich weiss, womit es anfängt und womit ich es ausklingen lassen will: mit meiner ur-zelle, dem clasen-koehler-quartett.  am 12. januar treten wir im prinz willy auf, und am jahresende möchte ich, dass wir eine schöne christmas-cd machen, mit einer anständigen release-party, so wie damals bei midnight blue, mit vielen illustren gästen.

aber hier jetzt endlich das versprochene video of the year :) mit dem ich euch allen einen guten rutsch und ein wunderschönes, erfolgreiches und glückliches 2011 wünsche!




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Sonntag, 19. Dezember 2010

spuren nach bethlehem.



spuren nach bethlehem, so heisst das weihnachtsoratorium von hans-georg wolos aus neumünster.
hans-georg ist leiter des dortigen holstein-chors und eine tragende gestalt im neumünsteraner musikleben. ein mann mit leiser stimme, bescheidenem auftreten und mit einer riesigen fangemeinde.
das oratorium gibt es schon seit 15 jahren, es wird immer wieder ein bisschen aufgestockt und verändert, es "lebt" also. im letzten jahr hatten der aba und ich schon die gelegenheit, mitwirken zu dürfen, in neumünster selbst, zwei volle vorstellungen in der riesigen stadtkirche, mit public-viewing-screen hinter uns-für mich bis dahin eher ungewohnt bei kirchenkonzerten.


dieses jahr reiste das werk nach nortorf, wurde von chor und orchester an st.martin ("in the fields" würde hier angesichts der landschaftlichen disposition ebenso passen) unter schwerwetter-bedingungen einstudiert und gestern zweimal hintereinander vor ausverkauften haus aufgeführt.



und wieder gefiel mir die musik sehr. ich bin ein fan dieses werkes. letztes jahr spielte ich geige, dieses jahr bratsche, und auch der aba war wieder dabei, trotz riesiger brandblasen an den fingern der linken hand (cerankochfeld), und es war wieder ein tolles erlebnis.



oratorium im alten stil nennt hans-georg wolos sein werk, und das ist es auch formal, harmonisch geht es dabei manchmal in fast musicalhafte, poppige gefilde. hier denkt man ein bisschen an haydn, dort ein bisschen an phantom der oper. insgesamt finde ich es süffig, warm, positiv und beglückend. noch tage später verfolgen mich die melodien.



besonders in der zweiten vorstellung ging plötzlich die post ab, alles verschmolz zu einem groovenden, ekstatischen jubelklang, chor, solistenquartett, orchester,und publikum wurden von dieser woge spürbar ergriffen. beide male gaben wir als zugabe das unglaublich schöne "dona nobis pacem".




ich wünsche den "spuren nach bethlehem" noch viele gelungene aufführungen wie diese, an vielen verschiedenen orten und hoffe, dass ich es mal wieder mitspielen darf.









Sonntag, 12. Dezember 2010

lichterfeste.




das beste an einem mulitkulturellen haushalt ist die verdoppelung jeglicher feste.
ich für mein teil liebe ostern, pfingsten, advent und weihnachten, und ich versuche dabei, bezüglich deko und küche möglichst alles zu geben.




umso erpichter war ich darauf, als ich den aba kennenlernte, mich auch den traditionen seines volkes zuzuwenden, und so wühlte ich in schränken und kisten, bis ich nicht nur einen stapel seidig schimmernder kleiner mützchen in allen farben hervorzauberte, sondern auch -zu meinem großen glück- handbemalter pessach-teller und eines shabbat-sets ( 2 leuchter mit passendem wein-becher) sowie einer mit hebräischen lettern bestickter decke fürs brot angesichtig wurde. alles etwas zerknittert bzw. angelaufen, aber ein silberbad mit salz und alufolie schuf schnell abhilfe. eine ganze zeitlang haben wir dann am freitag aus spass challah (hefezöpfe) gebacken und kerzen angezündet und lieder gesungen- und waren ganz bestimmt  damit die einzigen in ganz quickborn. eigentlich wären diese bräuche ja gang und gäbe geblieben in unserer gesellschaftlichen landschaft, aber leider gottes wurden wir ja dieser vielfalt brutal beraubt, und somit haben jüdische sitten heutzutage einen eher exotischen touch.

in die weihnachtszeit lappt immer das jüdische lichterfest chanukkah. man braucht diesen berühmten neunarmigen leuchter, die chanukkia (es gibt auch einen siebenarmigen, der hat aber einen andere bedeutung).dann braucht man spezielle bunte kerzen, möglichst in kosherer qualität. (ich weiss jetzt eigentlich gar nicht, was an einer kerze kosher sein kann....)



und während der christenmensch erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier zählt, entzünden die kinder israel jeden tag, neun tage lang, immer ungefähr um diese zeit, nacheinander die kerzen eins bis neun. dazu flitzen kleine bunte kreisel, die treidel, auf dem tisch herum und aba singt fröhliche lieder in gutturaler sprache, und wenn ich ein wort erkenne, singe ich das an passender stelle mit.






 

dazu ein schönes glas roten wein, und jeder fühlt sich mit seinen wurzeln verbunden!





Donnerstag, 9. Dezember 2010

terrier geklaut!

mit das übelste auf der welt ist ja wohl sowas:



aber wie kann man maja's frauchen helfen?
genau so einen hund da nochmal anbinden, vor lidl, wo immer eine ganze ganze hundeclique sitzt und sehnsüchtig zur tür starrt? ich meine, so als köder? und wenn die dognapperin dann wieder kommt, "zugriff"?
würde sie überhaupt wieder kommen? hat sie schon genug hunde? will sie wieder so einen? oder einen anderen?
und was will sie überhaupt mit maja? jemandem zu weihnachten schenken? aber wer einen mini-van fährt, sich also ein auto leisten kann, kann sich doch auch einen jack-russell ohne papiere kaufen. oder fährt sie gezielt die supermärkte ab und verkauft die hunde sonstwohin?
ich krieg jedenfalls die kinnlade nicht mehr hoch. was menschen anderen menschen antun. und das auch noch kurz vor weihnachten, das ist wirklich unmenschlich und brutal.

leute, lasst eure hunde und katzen chippen! und auch wenn's tausendmal gut geht: vorm laden anbinden ist und bleibt TABU!!!

Freitag, 3. Dezember 2010

der nächste tag.

und so sah es nach der vernissage aus....aufraümarbeiten, mühsal, katergefühle, niedriger blutdruck...na, das übliche eben.




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Donnerstag, 2. Dezember 2010

kultur in kiel: eventkünstler t.winter in town!





wie auch im letzten jahr, diesmal aber viel früher, ist es der landeshauptstadt kiel wieder gelungen, den weltbekannten happening-künstler tiefster winter einzuladen. winter verwandelt gleichsam über nacht die gesamte stadt, macht zb aus unserem sogenanntem künstlerviertel ein prachtvolles environment. aus entseelten, scheintoten, aber an zweckmäßigen bügeln vertäuten fahrrädern werden prächtige installationen, die die aufmerksamkeit des betrachters fesseln - alltagsgegenstände emporgehoben zu kunst, überhöht und charismatisch verbrämt wie einst campell's suppendosen.




perspektivisch geschulten blickes schafft winter es, in nur einer nachtschicht und im laufe des darauffolgenden tages eindrucksvolle skulpturen zu schaffen, als deren basis nicht nur straße und umliegende architektur dienen. insbesondere ist winter seit vielen jahren dafür bekannt, fahrzeuge aller art auf ästhetisch einmalige art und weise zu verpacken und mit seinem hintergründigen humor dafür zu sorgen, dass ein prosaischer fahrzeughalter nach abfegen seines wagens diesen am nächsten morgen genauso wieder vorfindet-quasi im schlafrock. tiefster winter ist bedeutendstes vorbild und inspirator des umstrittenen künstlerpaares christo und jeanne-claude, die dieses raumgreifende genre weiterentwickelten, indem sie sich anderer und vielfältigerer materialien als winter bedienten, welcher konsequent und ausschliesslich mit gefrorenem wasser arbeitet. zu winters events gehört ausserdem, dass das publikum nie weiss, wie lange sie dauern werden.


einige impressionen von der vernissage im gebiet lutherstrasse/schützenwall:

















Mittwoch, 1. Dezember 2010

boah ey.

etwas schlaueres als diese überschrift fällt mir hierzu nicht ein.
ich hätte vielleicht schreiben können: ich verneige mich.





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