Freitag, 24. September 2010

nachtlied.



die stadt schläft nie
tastende lichtkegel
schleichender autos
reifen pladdern leise
übers pflaster

aber weiter draussen
senkt sich die stille
übers land

und die dunkelheit
mit feuchter kühle
und dem muhen einer kuh

die nacht zieht
ihre schwere schwarze decke
über einen traurigblauen himmel
in dem ein einziger stern
einsam funkelt
wie ein diamant

der nebel setzt 
kleine perlen
auf das gras
am strassenrand

weisst du noch
die wasserschweren narzissen
die gelben köpfe gesenkt
schwankend
am fahrbahnrand
im kalten regen
im märz

irgendwo in der stadt
als wir gingen und gingen
die  endlose strasse 
in der rabenschwarzen nacht

du und ich
mit herzen aus blei
immer weiter neben uns
der vorbeipeitschende verkehr

mein fuss
berührt heute
die kalte erde
und spürt
den letzten stich
einer müden brennessel
wie eine verheissung

auf einen sommer in dem
das herz so leicht ist wie
ein blütenblatt im wind

wie ein blütenblatt

im wind

Kommentare:

  1. Das Foto muss aber wirklich sehr spät in der Nacht aufgenommen sein, oder? Es sind keine Menschen am Sophienblatt zu sehen.

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  2. aber doh ein einsamer lichtkegel immerhin.... ;)

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  3. Berührt etwas in mir. - Ein schöner Text.

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