Mittwoch, 24. Februar 2010

kröten, die mein leben streiften.



hoppla, wer sind denn die beiden auf dem foto?
na logisch: der linke ist ganz klar robert und rechts im bild sieht man rüdiger.
sie konnten stundenlang reglos auf ihrem stein unter der wärmelampe liegen, ihre zartbekrallten ärmchen und beinchen weitestmöglich aus dem panzer gefahren, die schwimmhäute aufgefächert, den hals bis zum anschlag ausgestreckt. wenn dann aber ein wg-mitglied das zimmer betrat, gerieten die aufgeheizten gliedmaßen in bewegung und mit einem bauchklatscher platschten sie laut ins wasser. dann wurde wie wild an der scheibe gerudert und in den klitzekleinen smaragdgrünen äuglein funkelte die verzweifelte hoffnung auf....hackfleisch? wurst?
wie lange mögen rüdi und robi jetzt schon im krötenhimmel sein? das foto ist ein knappes vierteljahrhundert alt. da robert getürmt ist, als ich den beiden jungs in unserem letzten gemeinsamen sommer eine freude machen wollte, indem ich sie in einen großformatigen gartenteich setzte, wo sie mich umgehend durch eine unglaublich raumgreifende, hocheffiziente brustschwimmtechnik in erstaunen versetzten, weiß ich nichts über seinen verbleib. in seiner naiven unwissenheit hat er die gunst der stunde genutzt , als ich nur mal eben mit meiner blauen ente weggefahren war, um ihm bei knutzen eine tüte mehlwürmer zu kaufen. als ich wieder kam, war rüdiger single und ich am boden zerstört. deshalb tröste ich mich mit dem gedanken, daß sein kollege für ein ausgesetztes ferien-opfer gehalten wurde und ein neues zuhause bekam, in dem er heute noch glücklich vor sich hin spaddelt, und in dem man weiß, daß es die grobe leberwurst von pfeifer im golddarm sein muß. rüdiger nahm ich im herbst wieder mit in die stube, aber sein rapides wachstum, begünstigt durch die freilandhaltung, beunruhigte mich. wo sollte ich hin mit ihm? (der sommer- teich stand mir nicht mehr zur verfügung.) es gibt tatsächlich rotwangenschildkröten, die als 2-euro-stück-kleine babys verkauft und bei guter haltung groß wie eine bratpfanne werden und alt wie methusalix. so tat ich glaube ich gut daran, rüdiger einem jungen zu übergeben, der sich intensiv mit aquaristik befaßte und schon mehrere solcher grünen wassersportler besaß. somit weiß ich auch nichts über ihn.
nie hätte ich geglaubt, daß irgendwo in diesem kosmos eine aufnahme meiner kleinen aliens exisiteren würde. deshalb freute ich mich heute sehr, als eine cd mit alten fotos in meinem briefkasten lag. von einer früheren schulfreundin, kommentarlos und überraschend. thx, hansa.

Kommentare:

Svenja-and-the-City hat gesagt…

Wenn ich in deinem Gartenteich herumpaddele, lockst du mich dann auch mit einem Stück grobe Leberwurst zurück ans Ufer? Aber die muss von Pfeiffer sein, dann komm ich auch im Nu angepaddelt. Vielleicht nicht raumgreifend, aber ganz sicher leberwurstgreifend.

Welch eine süße Schildkrötenstory, aber wie konntest du bei Roberta das "a" vergessen. Kein Wunder, dass sie rübergemacht hat :-)

yael hat gesagt…

ich wußte, daß robertas gedanke deinen nerv treffen würde und hab schon beim schreiben der sprechblase breit in mich hineingegrinst :-)
klar kriegst du die leberwurst von pfeifer,die kann man ja so weglöffeln -hat aber garantiert KHs :-(

Svenja-and-the-City hat gesagt…

Für so eine Namensänderung brauchst du eigentlich 2 psychiatrisch Gutachten. (Von der Schildkröte natürlich, nicht von dir)
Und sie muss einen mindestens 1-jährigen Alltagstest als Robert machen.
Du hättest das also gar nicht so eigenmächtig gedurft. Aber erstens erfährt es von mir niemand und zweitens weiß ich nicht genau, wie das TSG auf Wasserschildkröten angewendet wird. :-)

kopflast hat gesagt…

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie frage ich mich die ganze Zeit... wo war der Storch?
Leberwürstlich gefüllte Kröte im Schildpatt a la Teich.

yael hat gesagt…

@ svenja: es hat uns wohl damals lediglich an den 3000 euro gemangelt, das ist doch der preis für ein a, schriebst du nicht sowas?!

@ so kopflastig wage ich ja nicht zu denken! in meinen sanften träumen ist robert jetzt eine schillernde t-kröte (bei svenja nachschlagen),stöckelt über die natursteineingefaßte teichumrandung einer architektenvilla, und planscht in blanchet, wozu es dann auch gern mal die trüffelpastete sein darf.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

"planscht im Blanchet", oh Gesche du bist köstlich.
Und ja, die eine Silbe kostete fast 3.000 Oi. Viel für eine extravagante Schildkröte.

vio hat gesagt…

ich hab da eigentlich keine spezielle technik, einfach ausreichend licht nutzen :)